Archiv 2018

26.01.2018

Gabriele Rose: Leben und lyrisches Werk von Eduard Mörike

Die erste Lesung im dreizehnten Jahr der Veranstaltungsreihe „Literatur im Bahnhof“ des Fördervereins Rudolf von Bennigsen hatte den deutschen Lyriker, Erzähler und Übersetzer Eduard Mörike zum Thema. Gabriele Rose von der Gruppe „Wortart – Springer Literaten & Co.“ berichtete über das Leben Mörikes und bezauberte die etwa dreißig Zuhörerinnen und Zuhörer mit der einfühlsamen Rezitation bekannter und auch weniger bekannter Gedichte des schwäbischen Dichters.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Namen Mörike das Bild eines gemütlichen, etwas weltfremden und mü­den Biedermeiermenschen im Habit des evangelischen Pfarrers, eines Idyllenschreibers und Einsiedlers, der zurückgezogen und etwas unbeholfen in seiner weltabgeschiedenen Pfarre getreulich, mitun­ter ein bisschen nachlässig seinen Dienst versah. Kaum mag man glauben, dass Mörike ein ver­heirateter Mann war, Vater zweier Töchter, denn Zeugungskraft passt nicht zum Bild des ein Leben lang von allerlei Krankheiten und Kränkeleien geplagten Mörike.
Gabriele Rose zeigte den Menschen hinter dieser Fassade mit all seinen Brüchen, Ängsten, Selbstzweifeln und charakterlichen Eigenarten und Mängeln, aber auch einen Menschen, dessen einziger Lebenswunsch und dessen Bestimmung es war, das Leben eines Dichters ohne die Fesseln eines einengenden Broterwerbs zu leben. Aber wahrscheinlich waren es gerade diese Unzulänglichkeiten und Konflikte, die ihn einerseits gesundheitlich belasteten, andererseits ihn auch zum Schreiben drängten.


Wieder einmal wurde es ein Abend, der vielen neue Kenntnisse und Eindrücke vermittelte, andererseits aber auch im gelösten Miteinander von Referentin und Zuhörenden und Fragenden seinen besonderen Reiz entfalten konnte. Ein Glas trockenen Weißweins, wie immer von Hartmut und Elvira Rieck kredenzt, trug zum Gelingen des Abends bei.

Herzlicher Beifall aller Anwesenden dankte Gabriele Rose am Schluss ihres Vortrages, ein kleines Dankeschön in Form eines „Schäumers“ gehörte auch dazu.

[Foto: Elvira Rieck; Text: Karlfried Rose]

 

Die Referenten

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